Kurzgeschichte 2 | Wie Leidenschaft zu Feuer wurde.

»Liebe das, was du tust« oder »Tue das, was du liebst«. Das sind zwei Credos in meinem Leben, die lange Zeit eine gemeinsame Tür suchten.

Ich hatte genug von roten, grünen, schwarzen und blauen Agentursofas, genug von ständigen Gedankenschrauben, die sich tagein tagaus durch meinen Verstand und mein Herz bohrten. Klar, spannend war sie, meine Agenturzeit. Das Jonglieren und Kreieren von Werbebotschaften als Marketing Leiterin machte natürlich Spaß und brachte fulminante sowie plakative Kampagnen hervor, aber dennoch: Irgendwann war es Zeit für einen Paradigmenwechsel!

Mir fiel auf, dass das Reizvolle an meinem Job bald nicht mehr die Anerkennung oder die Lobeshymnen der Kunden waren, auch nicht die Zusammenarbeit mit den oft schrägen Vögeln der Werbebranche. Vielmehr waren es die Begegnungen mit Menschen, die mir neue Impulse gaben und mich für anstehende Kampagnen inspirierten. Geschichten wie die von dem älteren Ehepaar an der Supermarktkasse, der Teenie-Clique in der S-Bahn, dem Liebespaar auf dem Tempelhofer Feld oder den Touristen in einem meiner Lieblingsrestaurants.

Und so entschied ich mich schließlich, meine Leidenschaft für neue Impulse, meine Liebe zum Leben und meine Faszination für Menschen mit all ihren Facetten zu nutzen, um jenseits der Werbeindustrie ein Feuer zu entfachen. Den Menschen, nicht das Produkt wollte ich fortan in den Vordergrund stellen. Das war der Beginn von Monkeyflor – Die schönsten Seiten deines Lebens.